Neustart am Arber

Neustart am Arber

Mein erster Wettkampf nach der Krankheit

Ein schwieriger Start in die Saison:

Der erste Biathlon-Deutschlandpokal der Wintersaison 2025/26 fand dieses Jahr am Arber statt. Für mich war das eine ungewohnte Ausgangslage, da meine Vorbereitung im Sommer alles andere als ideal verlaufen war. Ich war über viele Wochen krank, musste das Training mehrfach unterbrechen und verpasste dadurch die Sommerwettkämpfe. Entsprechend fehlten mir Vergleichswerte. Ich wusste nicht, wo ich im Feld stehe und ob ich an eine Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen kann. Zusätzlich kamen in dieser Saison neue Nominierungskriterien innerhalb des Teams dazu, die Abläufe strukturieren und das Trainerteam entlasten sollten. Für mich bedeutete das allerdings zusätzlichen Druck. Einige meiner Teamkollegen hatten sich durch sehr starke Sommerleistungen bereits früh qualifiziert, ich dagegen noch nicht. Von mir wurde Leistung erwartet, gleichzeitig war ich mir selbst unsicher, ob ich diese auch abrufen kann.

Tag 1:

Wir fuhren direkt nach der Schule an den Arber und kamen Abends an. Nach dem Beziehen der Zimmer ging es zum Abendessen, anschließend folgte eine kurze Besprechung. Der nächste Tag begann um früh mit Frühsport, eine gute Möglichkeit, den Körper in Gang zu bringen und auf die kommenden Tage einzustellen. Nach dem Frühstück fuhren wir um 9:15 Uhr in die Arena. Ich war zunächst angespannt, konnte diese Nervosität aber schnell ablegen, da ich ein sehr gutes Training absolvierte und zudem ein starkes Skipaar für den Wettkampf bekam. Damit waren die Vorbereitungen abgeschlossen, jetzt hieß es warten.

Tag 2:

Der erste Wettkampf des Wochenendes war ein Sprint. An diesem Tag würde sich zeigen, wie gut meine Vorbereitung wirklich war und wie ich ins Wettkampfgeschehen finde. Nach Frühsport und Frühstück ging es direkt wieder in die Arena. Ich war nervös, doch das legte sich schnell nach einem guten Anschießen. Im Wettkampf konnte ich mich gut fokussieren. Läuferisch fühlte ich mich in den ersten beiden Runden solide, am Schießstand kam ich mit drei Fehlern durch. Auf der letzten Runde hieß es dann alles geben. Am Ende belegte ich Platz 8, mit 25 Sekunden Rückstand auf Platz 3. Damit war eine ordentliche Ausgangslage für den Verfolger geschaffen und ich war zunächst zufrieden mit meiner Leistung.

Tag 3:

Am Sonntag stand der Verfolger an. Hier startet man mit dem Rückstand aus dem Sprint. Mein Plan war klar: von Beginn an Druck machen. Etwa zehn Sekunden vor mir lief eine größere Gruppe von Platz 7 bis 4, auf die ich aufschließen wollte. Ich ging die erste Runde mit hohem Tempo an und konnte die Gruppe tatsächlich bereits zur Hälfte der Runde einholen. Das erste Liegendschießen absolvierte ich schnell und fehlerfrei und ging überraschend auf Platz 3 zurück in die Spur. Auch die zweite Runde lief gut, ebenso das zweite Schießen, erneut eine Null. Damit schob ich mich auf Platz 2 vor. Beim Stehendschießen, meiner Schwachstelle, lief es dann leider nicht mehr optimal. Im dritten Schießen leistete ich mir drei Fehler und fiel auf Platz 4 zurück. Im letzten Schießen ging es um das Podest. Ich musste Risiko gehen, schoss schnell und blieb bei einem Fehler. Vor mir gingen meine Teamkollegen Matti und Jonas auf die Schlussrunde, es ging um Platz 3, was kämpfen bis zum geht nicht mehr bedeutete! Mein Ziel war es, beide noch einzuholen. Am Ende beendete ich den Verfolger auf Platz 3, in der Nettozeit Platz 4. Ich freute mich über meine eigene Leistung, aber genauso über die starke Teamleistung des Sonntags. Die Siegerehrung konnte leider aufgrund organisatorischer Probleme nicht stattfinden, also stand die Heimreise auf dem Plan.

Fazit:

Rückblickend bin ich mit dem Wochenende zufrieden. Ich bin mit vielen Zweifeln und Druck angereist, habe gelernt mit beidem umzugehen und konnte mich ganz gut behaupten. Mit diesem Gefühl gehe ich motiviert in die nächsten Wettkämpfe und freue mich auf die kommenden Highlights der Saison.
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Geschrieben von: Paul
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